Augenzentrum Am Steintor
Dr. med. Jürgen Storp - Augenarzt

Am Steintor 2 - 45657 Recklinghausen - Telefon (02361) 582060

     
 
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Alterbedingte Makuladegeneration (AMD) häufigste Ursache für Erblindung im Alter

 
 

Behandlung am Prosper Hospital Recklinghausen

 
 
 
     
 
 

Die altersbezogene Makuladegeneration – kurz AMD – ist heute in den Industrieländern die häufigste Augenerkrankung, die im höheren Lebensalter zur Erblindung führen kann. In Deutschland ist ungefähr 1 Million Menschen von der Krankheit betroffen.

Seit Herbst letzten Jahres wird im Laserzentrum des Prosper Krankenhausen in Recklinghausen die photodynamische Therapie als wirksame Therapie der feuchten AMD durchgeführt.

Bei der AMD handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhautmitte. Es handelt sich hierbei um eine Alterserkrankung, deren Häufigkeit mit der älter werdenden Bevölkerung zunimmt. Doch auch die Ernährungsgewohnheiten und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle. Als gesicherte Risikofaktoren gelten neben dem Alter, Rauchen und Bluthochdruck. Für die Betroffenen bedeutet das Absterbender Sinneszellen einen unwiederbringlichen Verlust, da keine Therapie existiert, die die toten Zellen wieder zum Leben erweckt, oder durch gesunde Zellen ersetzen kann.

Die AMD, die die Stelle des schärfsten Sehens betrifft, kann in zwei unterschiedliche Verlaufsformen, die „trockene“ und die „feuchte Form“ unterteilt werden. Weitaus häufiger (ca. 85%) ist die trockene Form der AMD, bei der es allmählich zur Sehverschlechterung kommt. Eine wirksame Therapie für diese Form existiert derzeit nicht. Bei der weniger häufigen (ca. 15%), dafür aber deutlich aggressiveren „feuchten“ Form der AMD wachsen krankhafte Gefäße (CNV) aus der Aderhaut in die Netzhaut ein. Austretende Flüssigkeit und Blut zerstören die lichtempfindlichen Sinneszellen der Netzhautmitte, und führen zu einem völligen Verlust der zentralen Sehschärfe. Betroffene können Gesichter nicht erkennen und viele Dinge des alltäglichen Lebens nicht mehr alleine verrichten. Die feuchte Form der AMD kann je nach Lage der krankhaften Gefäßneubildungen in der Netzhaut mit Lasertherapie oder mit photodynamischen Therapie (PDT) behandelt werden.

Die PDT ist seit Juli 2000 in Deutschland zugelassen und es gibt inzwischen ca. 200 Anwender, die über eine Genehmigung zur Durchführung der Behandlung verfügen. Das Prinzip der Photodynamischen Therapie (PDT) mit Visudyne (Wirkstoff Verteporfin) besteht in einer photochemischen Zerstörung der neu gebildeten, krankhaften Blutgefäße, die innerhalb der Makula liegen. Die PDT ist ein zweistufiges Verfahren, bei dem zunächst der lichtaktivierbare Farbstoff Verteporfin als Infusion verabreicht und dann auf dem Blutweg zur Netzhaut transportiert wird. Das Medikament reichert sich besonders in den krankhaften Gefäßen an. Genau 15 Minuten nach dem Start der Infusion wird die betroffene Stelle der Netzhaut für 83 Sekunden mit einem speziellen nichtthermischen Rotlichtlaser beleuchtet, um den Farbstoff zu aktivieren. Biochemische Prozesse führen zu einem selektiven Verschluss der krankhaften Blutgefäße. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei. Der wichtigste Vorteil dieser Methode gegenüber der Laserkoagulation, bei der meist auch umgebendes gesundes Netzhautgewebe zerstört wird, besteht in der gezielten Inaktivierung der gefährlichen Blutgefäße.

Chirurgische Verfahren einschließlich der Netzhautdrehung mit Verlagerung der Makula werden zur Zeit klinisch erprobt, und kommen daher noch nicht routinemäßig zum Einsatz. Für andere Behandlungsansätze einschließlich der Strahlentherapie, der Blutwäsche und der Transplantation von Netzhautzellen gibt es bislang keine Langzeitstudien, die ihren Wert eindeutig belegen. Zu warnen ist vor Heilmethoden, die viel versprechen und nicht halten, dazu zählen die Akupunktur, Infusionsbehandlungen, Gabe von Sauerstoff und Spritzen hinter das Auge. Diese „Wundermittel“ helfen oft nur dem Anbieter und kosten viel Geld. Erfolge, von denen die Medien berichten, erklären sich oftmals dadurch, das die Makuladegeneration von selbst zum Stillstand kommen kann, und sich damit die Sehschärfe gelegentlich spontan etwas bessert.

Entscheidende Bedeutung kommt der Früherkennung der feuchten AMD zu, denn die frühzeitige Untersuchung sichert die rechtzeitige Diagnosestellung und damit die Voraussetzung für den optimalen Behandlungserfolg. Deshalb sollte sich der Patient regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen lassen und verstärkt auf Hinweise achten, die auf eine AMD schließen lassen könnten:

  • Gerade Linien erscheinen verbogen oder verzerrt, z.B. Badezimmerkacheln
  • Farben wirken blasser
  • Im zentralen Gesichtsfeld erscheint ein grauer Fleck.

Der einfach anwendbare Amsler-Gitter-Test kann zur Diagnose der feuchten AMD beitragen. Dieser Test kann von jedem problemlos zuhause durchgeführt werden und ist beim Augenarzt erhältlich. Neben diesem Test gibt es weitere Untersuchungsmethoden, deren sich der Augenarzt bedient, um die korrekte Diagnose zu stellen.

Vorbeugung einer AMD ist dadurch möglich, das man Risikofaktoren wie das rauchen minimiert und sich gesund ernährt, d.h. mit vielen Vitaminen und Spurenelementen. Darüber hinaus kann die tägliche Ernährung mit Nahrungsergänzungsmitteln, die eine spezielle Zusammensetzung für die Augen besitzen, ergänzt werden. Insbesondere Präparate mit den Vitaminen C und E sowie Lutein, Zink und Kupfer können empfohlen werden und sind bei den meisten Augenärzten käuflich zu erwerben. Die Kosten belaufen sich im Mittel auf 20,- Euro im Monat.

Die Sehkraft von Patienten mit feuchter AMD kann durch die Photodynamische Therapie in vielen Fällen stabilisiert, in einigen Fällen sogar verbessert werden. Entscheidend für den optimalen Behandlungserfolg sind die frühzeitige Diagnose und die rechtzeitige Therapie. Wer die oben beschriebenen Symptome bei sich feststellt, sollte sich unverzüglich an einen Augenarzt wenden. Er kann herausfinden, ob es sich wirklich um eine AMD handelt und sofort die geeigneten Maßnahmen einleiten.